OverviewTechnologyMobile Learning

Kuszpa, Maciej A. (2005)

Entwicklungstrends von Mobile Learning: Ergebnisse einer Expertenbefragung im Bildungssektor

In stucky, wolffried; schiefer, gunther (Hrsg.), Perspektiven des Mobile Business, Seiten 1–17

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Review by: Da Rin, Denise (2007-02-05)

Aufgrund der raschen technologischen Entwicklungen im Mobilfunk und der hohen Verbreitung von mobilen Endgeräten in der Bevölkerung widmet sich der Autor der Frage, welches Potenzial im Einsatz von Mobilfunktechnologien im Bildungssektor gesehen wird. Ziel der bei deutschen, österreichischen und schweizerischen Bil-dungsanbietern durchgeführten Expertenumfrage war es, grundsätzliche Entwick-lungstrends, konkrete Anwendungsgebiete sowie noch ungelöste Problemfelder zu eruieren.

Der Autor beschreibt zunächst kurz die Hintergründe für das wachsende Interesse an der Thematik des Mobile Learning sowie die methodische Vorgehensweise der Un-tersuchung. Insgesamt wurden 168 Fragebögen aus 137 verschiedenen Unterneh-men ausgewertet. Die Auswertung der Daten ergibt, dass die Bereitschaft, künftig mittels Mobiltelefon zu lernen relativ gross ist, Mobile Learning jedoch eher im beruf-lichen als im privaten Umfeld erwartet wird und rund 41% der Befragten schätzen, dass mobile Endgeräte innerhalb der nächsten drei Jahre für das berufliche Lernen unterstützend eingesetzt werden wird. Demgegenüber ist etwas weniger als ein Drit-tel der Befragten der Ansicht, dass sich Mobile Learning auf kleinen Endgeräten im privaten Bereich gar nicht etablieren wird. Der Autor schliesst daraus, dass Mobile Learning eher als Spielerei denn als Notwendigkeit gesehen wird.

Ein geeignetes Einsatzfeld für Mobile Learning sehen die Befragten im Bereich der Weiterbildung, gefolgt vom Einsatz im Studium und in der betrieblichen Ausbildung. Als nicht sehr sinnvoll wird der Einsatz von Mobile Learning im schulischen Kontext gesehen. Mobile Learning hat v.a. dann einen Mehrwert, wenn Leerzeiten für spon-tanes Lernen genutzt werden können. Die Mehrzahl der Befragten ist jedoch der An-sicht, dass Mobile Learning in der regulären Arbeitszeit genutzt werden können soll-te, z. B. beim Aussendienst, während Pausen und on-the-job, nämlich dann, wenn ad-hoc Wissenslücken gestillt werden sollen. Mobile Learning wird aber auch im Rahmen von Freizeitaktivitäten als tauglich eingestuft und generell dort als nützlich erachtet, "wo kein PC zur Verfügung steht".

Der Autor beschreibt anschliessend aufgrund der Umfrageergebnisse mögliche Lern-formen und -inhalte. Während hinsichtlich der Lernformen v.a. Richtig/Falsch-Aufgaben, Multiple-Choice-Aufgaben sowie Lückentext-Aufgaben als sinnvoll erach-tet werden, eignen sich nach Aussagen der Befragten v.a. fachspezifisches Wissen sowie arbeitsprozessbegleitendes Lernen besonders gut für mobiles Lernen, um on-the-job Informationen abzufragen und individuelles Wissen gezielt zu ergänzen. Bei der anschliessenden Aufzählung der Vor- und Nachteile erstaunt es nicht, dass die Antworten wie bei vergleichbaren Umfragen zum eLearning ausfallen: Als wesentli-che Vorteile werden zeitliche und örtliche Flexibilität genannt, die Möglichkeit zur Wiederholung des Lernstoffs, und ebenfalls wie beim eLearning wird die notwendige Selbstdisziplin beim Lernen mit mobilen Endgeräten als grösster Nachteil empfun-den. Bemängelt wurde darüber hinaus – und dies scheint neben den hohen Kosten – ein wesentlicher Grund für den bisher eher geringen Einsatz zu sein, die viel zu klei-nen Displays sowie der geringe Komfort bei der Bedienung der Geräte. Der Autor leitet abschliessend anhand der genannten Vor- und Nachteile und der bisherigen Erfahrungen mit Mobile Learning einige Handlungsempfehlungen für Mobile Learning ab und weist in diesem Zusammenhang auf die bekannte Tatsache hin, dass Mobile Learning nur funktionieren kann, wenn die Lerninhalte sowie die jeweiligen Zielgrup-pen bei der Konzeption und Entwicklung berücksichtigt werden. Der Aufsatz zeigt grundsätzliche Entwicklungstrends des Mobile Learnings auf und liefert damit gleichzeitig einen Einblick in die Thematik aus Expertensicht. Die Litera-turliste ist relativ kurz gehalten, weist damit aber auch implizit darauf hin, dass hier noch grosser Forschungsbedarf vorhanden ist.