OverviewStrategyInstitutional Strategies

Bremer, Claudia; Kohl, Kerstin E. (Hrsg.) (2004)

E-Learning-Strategien und E-Learning-Kompetenzen an Hochschulen

Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag

Google this publication · ScholarGoogle this publication · Find at Amazon.de

Keywords: Faculty Engagement

Related Topics: Competence Development in Higher Education

Review by: Kleimann, Bernd (2005-02-21)

Wie kann E-Learning an Hochschulen nachhaltig implementiert werden, und welche Kompetenzen sind im diesem Zusammenhang erforderlich? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Sammelbandes, der aus einem Frankfurter Expertenworkshop hervorgegangen ist und mit 30 Beiträgen von insgesamt 50 Autorinnen und Autoren einen informativen und umfassenden Überblick über aktuelle Medieneinsatzstrategien und Qualifizierungskonzepte an deutschen und deutschsprachigen Hochschulen bietet.

In einer instruktiven Einleitung analysiert die Herausgeberin Claudia Bremer Begriff, Rahmenbedingungen, institutionelle Bezugsebenen und Aufgabenfelder hochschulischer E-Learning-Strategien. Dabei werden Fragen von der Strategieentwicklung über die Etablierung von Anreiz- und Qualifikationssystemen bis zur Gestaltung von Beteiligungsstrukturen bei der Strategie-Umsetzung behandelt.

Der erste Teil des Bandes präsentiert Beispiele für intra- und interhochschulische Konzeptionen eines systematischen Einsatzes netzbasierten Lehrens und Lernens jenseits der Einzelprojektebene. Zur Sprache kommen dabei sowohl hochschulweite Konzepte (Universitäten Basel, Graz, Duisburg-Essen, Bremen; Fachhochschulen Konstanz, FHTW Berlin, Bremen) als auch Supportstrukturen (auf Landesebene durch das CeC in NRW, auf Hochschulebene an der FH Furtwangen, auf Fächerebene in der Medizin in Baden-Württemberg) und schließlich Förderprogramme, die innerhalb eines Landes (hier: Hamburg) oder initiiert von Einzelhochschulen (Universitäten Stuttgart, Kassel, TU Darmstadt) Anreize zur Medienentwicklung und -nutzung setzen. Die Beiträge zeigen, dass es die E-Learning-Strategie aufgrund der Heterogenität der Hochschullandschaft nicht geben kann, wohl aber wiederkehrende Erfolgsfaktoren identifizierbar sind – wie z. B. die Notwendigkeit effizienter Entscheidungsstrukturen oder die Bereitstellung zielgruppenadäquater Support-Angebote.

Der zweite Teil des Buches steht im Zeichen der Frage, wie Medienkompetenz im Kontext von E-Learning zu konzipieren ist und auf welche Weise sie Hochschullehrenden vermittelt werden kann. Zur Beantwortung dieser Frage werden konzeptionelle Überlegungen verschiedener Autorinnen und Autoren vorgestellt, die Medienkompetenz aus unterschiedlichen Blickwinkeln definieren und auch die technischen, curricularen, organisatorischen und hochschuldidaktischen Rahmenbedingungen in den Blick nehmen. Ferner werden verschiedene Formen von Personalentwicklungs- und Professionalisierungsstrategien erläutert und empirische Befunde zur E-Kompetenz angeführt, die sich auf das Bundesförderprogramm „Neue Medien in der Bildung“ beziehen.

Wie Qualifizierungsangebote und -strukturen in der Praxis aussehen, wird in Porträts verschiedener Praxisbeispiele deutlich. Das Spektrum reicht dabei von der Beratung und Weiterbildung Hochschullehrender (z. B. an Hand des niedersächsischen ELAN-Netzwerks, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, der Universitäten Duisburg-Essen und TU Berlin sowie eines Master-Studiengangs der Universität Hamburg) über Informations- und Qualifizierungsportale (e-teaching.org) bis zur Lehreraus- und -weiterbildung (Universität Oldenburg).

Insgesamt überzeugt der Band vor allem durch die hohe Erfahrungsdichte der Beiträge, die Resultat einer intensiven Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der dauerhaften Verankerung von E-Learning in den Hochschulstrukturen ist. Die Texte geben keinen Königsweg dafür vor, wie E-Learning und E-Kompetenz erfolgreich in die Breite zu tragen sind, bieten aber eine Fülle von konzeptuellen und empirisch gesättigten Anregungen für die Gestaltung mediengestützter Lehre im Hochschulalltag.

Wer sich für in der Praxis erprobte E-Learning-Strategien interessiert oder Hinweise auf vielversprechende Implementierungs-, Anreiz- und Qualifizierungsmaßnahmen sucht, wird daher von der Lektüre in hohem Maße profitieren.