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Behrendt, Erich; Ulmer, Philipp; Müller-Tamke, Wolfgang (2004)

Netzbasiertes Lernen in der beruflichen Praxis: Zur Bedeutung des Bildungspersonals

From BIBB – Bundesinstitut für Berufsbildung

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Review by: Schönwald, Ingrid (2004-07-28)

Diese Studie, die im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) erstellt wurde, erkundet Formen des betreuten Online-Lernens in deutschen Unternehmen und betrachtet dabei insbesondere die Rolle des Bildungspersonals beim Einsatz dieser neuen Lernformen.

Neben einer Literaturanalyse wurde eine qualitative empirische Studie durchgeführt. Die Datenerhebung umfasste 36 leitfadengestützte Telefoninterviews mit Bildungsverantwortlichen in Unternehmen, dabei wurden unterschiedliche Unternehmensgrössen und -branchen und sowohl innerbetriebliche als auch externe Bildungsanbieter berücksichtigt.

Die Ergebnisse der qualitativen Untersuchung zeigen eine grosse Bandbreite an Umsetzungsformen in der betrieblichen Bildungsarbeit. Unternehmensübergreifende Standards zur Entwicklung, Betreuung und Evaluierung personaler Unterstützungsformen netzgestützten Lernens konnten nicht identifiziert werden. Es wurde eine grosse Vielfalt an Formen der personalen Betreuung festgestellt, die von den Verfassern in fünf Typen (Quick and Ready, Open and Informal, Instructed and Asynchronous, Instructed and Synchronous, und Virtual Classroom) zusammengefasst wurden.

Die Gestaltung von synchronen Lernformen stellt eine besondere Herausforderung für das Bildungspersonal dar. Die gleichzeitige Übernahme von moderierenden und instruierenden Funktionen führt häufig zu einer Überforderung der Bildungsmitarbeiter. Die Einschränkung der virtuellen Kommunikationskanäle im Vergleich zu Präsenzseminaren erfordert die Weiterentwicklung der vorhandenen kommunikativen Kompetenzen.

Die Rolle des Bildungspersonals hängt stark von den betrieblichen Rahmenbedingungen (z. B. Grösse des Unternehmens, Form der Lernbetreuung) ab. Die Interviews deuteten auf eine hohe Bandbereite hinsichtlich der Qualifizierung des betreuenden Personals hin, allgemeine Standards der Kompetenzanforderungen an das Bildungspersonal waren nicht erkennbar. Die Autoren konnten jedoch vier Rollenprofile (Teletechnician, Teletrainer, Teledesigner und Telemanager) klassifizieren, die vom Bildungspersonal wahrgenommen werden.

Die Rahmenbedingungen stellen einen wesentlichen Einfluss auf die Lernformen und die Art der Betreuung dar. So ist der Stand der Hard- und Softwareausstattung in den Unternehmen sehr unterschiedlich, die Lage der externen Bildungsanbieter hängt sehr von der öffentlichen Förderung ab, bei internen Weiterbildungsanbieter steht der Kostenaspekt im Vordergrund. Als problematisch erweist sich die Akzeptanz der Mitarbeiter. Ein interessanter Aspekt, der dabei angesprochen wird ist, dass jüngere Mitarbeiter zwar mit dem PC aufgewachsen sind, jedoch der Übergang vom spielerischen Umgang mit diesem Medium zur systematischen Nutzung für Lern- und Arbeitszwecke nicht automatisch erfolgt.

Dieser Bericht bietet damit vor allem Personal- und Weiterbildungspraktikern Anregungen für die Professionalisierung von mediengestützten Bildungskonzepten. Gleichzeitig eröffnet er zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine tiefergehende wissenschaftliche Betrachtung hinsichtlich der Integration mediengestützter Bildungsangebote in Unternehmen.