Dubs, Rolf (2006)
Qualitätsmanagement.Grundbegriffe und Systematik
In Buchen, Herbert; Rolff, Hans-Günter (Hrsg.), Professionswissen Schulleitung, Seiten 1206–1271
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Review by: Da Rin, Denise (2007-04-05)
Der Beitrag von Rolf Dubs beschreibt systematisch und eingänglich die Grundbegriffe der Qualitätsdiskussion im Bildungsbereich und zeigt auf, dass die konzeptionellen Grundlagen für ein systematisches Qualitätsentwicklung theoretisch vorhanden sind, die praktische Umsetzung jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Der Autor verweist in seinem Artikel zunächst auf die verwirrende Begriffsvielfalt sowie die oft programmatischen Ansätze, "die meist recht zielorientiert sind, denen aber häufig die theoretische Basis und die empirische Bestätigung fehlt" und differenziert dann einige grundlegende Begriffe wie 'Qualitätsmanagement', 'Evaluation', 'Controlling' und 'intern vs. extern konzipiertes Qualitätsmanagement'. Nach dieser begrifflichen Abgrenzung unterscheidet Dubs anschliessend fünf unterschiedliche Funktionen des Qualitätsmanagements: Legitimations-, Dialog-, Erkenntnis-, Kontroll- sowie Steuerungsfunktion. Im Anschluss daran geht der Autor auf grundlegende Probleme bei der Umsetzung einer Qualitätsmanagement-Konzeption ein, dabei macht er v.a. folgende Problembereiche aus: (1) Klärung der Zielvorstellung, was eine 'qualitativ gute' Schule überhaupt ausmacht, (2) mangelnde Zielklarheit hinsichtlich des Qualitätsmanagements, (3) nicht eindeutige Aufgaben- und Verantwortlichkeitsverteilungen, (4) Unklarheit über geeignete Qualitätsmanagementsysteme, (5) Unsicherheit über Vorgehensweise bei der Planung und Umsetzung eines Qualitätsmanagementansatzes an Schulen.Im zweiten Kapitel des Beitrags wird die normative Grundlegung des Qualitätsverständnisse näher beleuchtet. Der Autor zeigt in diesem Kapitel klar und verständlich auf, dass die Qualitätsdiskussion von normativen Diskurs geprägt ist und die Definition, was Qualität im Bildungsbereich ausmacht von verschiedenen Ansruchsgruppen unterschiedlich beantwortet wird. Will man Qualität im Bildungsbereich messen, so müssen nach Dubs grundsätzlich zwei Schritte unterschieden werden: Zunächst muss analysiert werden, auf welcher Betrachtungsebene Qualitätsaspekte diskutiert werden, um anschliessend die Bedingungen und Prozesse im Bildungsbereich (In-put-Prozess-Outputmodell) genauer analysieren zu können. Dubs zeigt dann anhand der Schulentwicklungsforschung auf, dass das Input-Prozess-Outputmodell zwar wertvolle Ansatzpunkte liefert, jedoch mit verschiedenen Problemen belastet ist und dass von der normativen Vorstellung von Schulqualität als stabilem Merkmal Abschied genommen werden muss zugunsten eines dynamisch ausgerichteten Qualitätsverständnisses. Im dritten Kapitel weist der Autor darauf hin, dass eine eindeutige Festlegung der Zielvorstellungen, die mit dem Qualitätsmanagement verbunden sind, grundlegend für die Wahl des "richtigen" Qualitätsmanagementansatzes ist und unterscheidet zwi-schen sogenannten "Total-Quality-Management-Ansätzen" (Akkreditierungen, Zertifizierungen) und sogenannten "Schritt-um-Schritt-Modellen", die gezielte Massnahmen für die Schulentwicklung fokussieren. Die extern konzipierte Qualitätsmanagement-Ansätze werden durch einige ausgewählte Modelle illustriert.
Im vierten Kapitel weist der Autor auf die Notwendigkeit klarer staatlicher Rahmenbedingungen hin. Der Autor illustriert seine Ausführungen mit einem Beispiel einer umfassenden Qualitätsmangementkonzeption, die anschliessend durch einen pragmatisch orientierten Ansatz des Autors ergänzt wird.Im fünften Kapitel schliesslich beschreibt der Autor wie die systematische Vorgehensweise eines intern konzipierten Qualitätsmanagements aussehen kann und weist darauf hin, dass Qualitätsentwicklung ein kontinuierlicher Prozess ist, der die regelmässige Beurteilung einzelner Schulbereiche vorsieht und stetig weiterentwickelt werden muss. Im sechsten Kapitel beschreibt Dubs die Vor- und Nachteile sowie die Rahmenbedingungen für 'Metaevaluationen'.Im siebten Kapitel bespricht der Autor die konzeptionellen Grundlagen für ein extern konzipiertes Qualitätsmanagement und geht dabei auch auf die Begriffe der Qualitätsstandards, Indikatoren sowie die aktuelle Diskussion der Bildungsstandards in den deutschsprachigen Ländern ein, die als wirksames Instrument der Systemsteuerung angesehen werden.Im achten und letzten Kapitel fasst Dubs zusammen, dass Qualitätsmanagement für Schulsysteme und Schulen ein wertvolles, aber auch anspruchsvolles Führungsin-strument darstellen und nennt die Erfolgsfaktoren für ein nachhaltiges Qualitätsmanagement. Der Beitrag liefert eine fundierte und aktuelle Übersicht über die Grundbegriffe des Qualitätsmanagements und eignet sich für Leserinnen und Leser, die sich einen systematischen Überblick über die aktuelle Qualitätsmanagementansätze im Bildungsbereich verschaffen wollen. Der Beitrag wird durch eine reichhaltige Literaturliste ergänzt, die zur vertiefenden Lektüre einzelner Aspekte anregt.