OverviewQualityQuality in Higher Education

Frey, Hans-Rudolf (2006)

In Search of Excellence: Wissenstransfer, Strategie und Organisation in der universitären Weiterbildung

In Fröhlich, Werner; Jütte, Wolfgang (Hrsg.), Qualitätsentwicklung in der postgradualen Weiterbildung. Internationale Entwicklungen und Perspektiven, Seiten 272–280

Google this publication · ScholarGoogle this publication · Google its collection · ScholarGoogle its collection · Find collection at Amazon.de

Review by: Da Rin, Denise (2007-06-13)

Hans-Rudolf Frey beschreibt am Beispiel der Eidgenössischen Technischen Hoch-schule Zürich (ETH) wie Qualitätssicherung in der universitären Weiterbildung kon-kret aussehen kann. Der Autor gibt zunächst einen kurzen Einblick in die strukturel-len Bedingungen der schweizerischen Hochschullandschaft und die Auswirkungen auf universitäre Weiterbildungsstrukturen, die durch Heterogenität gekennzeichnet sind. Vor diesem Hintergrund werden Homogenisierungsbestrebungen, die mit der Bologna-Reform einhergehen, begrüsst.Ausgehend vom Weiterbildungskonzepts der ETH Zürich, das sich v.a. am unmittel-baren, nicht-qualifizierenden Wissenstransfer orientiert, eruiert Frey unausgeschöpfte Entwicklungs- und Synergiepotenziale auf drei Ebenen: Kundengruppen, Kundenbe-dürfnisse sowie Vermittlungsmethoden (z. B. Distance Learning) und weist darauf hin, dass seitens der Arbeitswelt von der universitären Weiterbildung nicht nur Wissens-vermittlung, sondern auch Beratungsleistungen erwartet werden. Wesentliche Her-ausforderungen in der Gestaltung der universitären Weiterbildung sieht der Autor v.a. in der künftigen strategischen und organisatorischen Einbettung der Gesamtstrategie einer Hochschule. Frey beschreibt das Qualitätssicherungssystem an der ETH Zü-rich, das swohl Steuerungs- als auch Entwicklungsfunktionen folgt und illustriert an-hand eines Evaluationskreises, wie die Evaluation von Nachdiplomstudien und -kursen zur Programm- und Institutionsebene in Beziehung gesetzt werden muss. Der Autor beschäftigt sich anschliessend mit Fragen, ob sich beispielsweise Hochschulautonomie und Akkreditierung universitärer Hochschulen vereinbaren lassen, und ob Akkreditierungen als taugliches Mittel für die Qualitätsentwicklung der Hochschulen eignen. Die Antwort des Autors fällt – zumindest für eine auf Forschung und Exzellenz ausgerichtete Hochschule wie die ETH Zürich – negativ aus. Frey kommt zum Schluss, dass sich für eine Forschungsuniversität wie die ETH Zürich, die sich an Exzellenz orientiert, eine Akkreditierung nicht das probate Mittel zur Qualitätssiche-rung ist und verweist u. a. auf das Problem, dass sich Akkreditierungen, die sich bis-lang v.a. auf einzelne Studiengänge beschränken, nicht mit einer gesamtinstitutionellen Qualitäts- und Marketingstrategie vereinbaren lassen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Beitrag von Frey einen kurzen und prägnanten Einblick in die Struktur der universitären Weiterbildung sowie das Akkreditierungsverfahren in der Schweiz gibt. Er zeigt zudem auf, dass mit dem zunehmenden Differenzierungs- und Profilierungsdruck der Hochschulen Fragen der Weiterbildungsqualität stark von der Einbindung derselben in eine Gesamtstrategie der Hochschule abhängig sind. Die Sicherung der Weiterbildungsqualität, so der Autor, wird sich künftig vermehrt nach Strategie-, Organisations- und Effizienzkritierien aus-richten. Der Beitrag liefert einige interessante Anhaltspunkte für die kritische Ausei-nandersetzung mit institutionalisierten Akkreditierungsverfahren. Der Artikel ist kurz und prägnant gehalten, der Leser wird von ausufernden theoretischen Statements verschont, leider aber auch – und dies könnte bemängelt werden – von weiterführen-den Literaturverweisen, diese fehlen nämlich gänzlich.