OverviewQualityQuality in eLearning

Preussler, Annabell; Baumgartner, Peter (2006)

Qualitätssicherung in mediengestützten Lernprozessen – sind theoretische Konstrukte messbar?

In Sindler, Alexandra; Bremer, Claudia; Dittler, Ulrich; Hennecke, Claudia; Wedekind, Joachim; Sengstag, Christian (Hrsg.), Qualitätssicherung im E-Learning, Seiten 73–85

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Review by: Da Rin, Denise (2006-12-04)

Das Thema "Qualität" und "Qualitätssicherung" bzw. "-entwicklung" findet sich durchgehend in allen Bereichen, die mit Bildung bzw. Weiterbildung zu tun haben. So widmen sich auch die beiden Autoren der Problematik des Qualitätsbegriffes als ein theoretisches Konstrukt und der damit verbundenen Schwierigkeit wie Qualität überhaupt evaluiert werden kann. Nach einer kurzen Einführung zum Thema eLearning (die Thematik wird irritierenderweise immer noch als "Hype" behandelt), widmen sich die Autoren der Frage, wie das theoretische Konstrukt "Qualität" definiert wird und was folglich "Lernqualität" ausmacht und wie sie gemessen werden kann. Als Diskussionsgrundlage dient das theoretische Konstrukt des "Lernerfolgs" und die damit verbundenen Fehlerquellen bei der Lernerfolgsmessung. Die Ausführungen enden mit dem Hinweis, dass die langwierige Diskussion, wie Lernerfolg gemessen werden kann mittlerweile in dem wissenschaftlich akzeptieren Diskurs zur Handlungsforschung, der von PsychologIn-nen unter der Thematik des "Design Based Research" geführt wird, eine befriedigen-de Lösung findet. Die AutorInnen kommen zum Schluss, dass Lernerfolg beim e-Learning nicht so ohne weiteres gemessen werden kann, da Lernerfolg ebenfalls als ein Konstrukt gesehen werden muss, das nicht eindeutig definiert werden kann. Sie weisen dann auf alternative Ansätze hin, die sich z. B. mit der Qualität des angebotenen Materials oder der Qualität der Lernergebnisse beschäftigen, was jedoch jeweils unterschiedliche Methoden der Evaluation erfordert und dazu führt, dass die Auf-merksamkeit primär auf die Methodik der Verfahren gelegt und die Fragen nach den Lernzielen vernachlässigt wird. Das Autorenteam schlägt deshalb einen gänzlich al-ternativen Ansatz vor, um die Qualität von eLearning messen zu können: statt For-men der Wissensvermittlung zu evaluieren, könnten eine "kompetenzbasierte Ausbil-dung und deren Bewertung" angestrebt werden. So würden Prüfungsleistungen bei-spielsweise in "ePortfolios" gesammelt. Dies wäre nach Ansicht der Autoren ein wichtiger Schritt bei der Bewertung von Qualität in eLearning-Szenarien.

Der Artikel beschäftigt sich mit relevanten Fragestellungen im Bereich der Qualitäts-evaluation und behandelt die Problematik der Evaluation theoretischer Konstrukte, dabei werden interessante Fragestellungen angerissen, wobei einige Ausführungen durchaus tiefgreifender behandelt werden könnten. So wird der vielversprechende Ansatz des Design Based Research zwar erwähnt, aber es wird nicht näher darauf eingegangen. Ähnlich verhält es sich mit dem alternativen Ansatz, den die Autoren propagieren, hier wäre eine differenziertere Beschreibung für das Verständnis nütz-lich. Für den Leser wird nicht eindeutig nachvollziehbar, inwiefern ihr Ansatz ein Bei-trag zur Qualitätsentwicklung von eLearning-Szenarien liefert. Konkrete Umset-zungsbeispiele wären hier sicher hilfreich gewesen.