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Brönner, Andrea (2002)

Transfer didaktischer Innovationen in die Berufsbildungspraxis: Eine wirtschaftspädagogische Studie unter besonderer Berücksichtigung der Theorien des Wissensmanagement

Nürnberg: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

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Review by: Seufert, Sabine (2004-12-20)

In ihrer Dissertation beschäftigt sich Andrea Brönner mit der Frage, wie die Nachhaltigkeit von Modellversuchsergebnissen in Schulen über die Laufzeit eines Programms hinaus gesichert werden können. Damit adressiert sie eine zentrale Frage in der Pädagogik, warum es nur begrenzt gelingt, didaktische Innovationen in die Praxis zu transferieren und somit die Neuerungen in der Breite zu implementieren. Ausgangspunkt ihrer Untersuchung ist es, die Ursache hierfür in der unzureichenden Etablierung geeigneter Transfermassnahmen zu suchen.

Im theoretischen Teil werden zunächst die Erkenntnisse der Modellsversuchs- und Transferforschung sowie des Innovations- und Wissensmanagements aufgearbeitet. Dabei werden insbesondere der derzeitige Diskussionsstand zum Wissensmanagement systematisiert sowie Potenziale und Grenzen der Theorie analysiert, um der Fragestellung nach innovationsförderlichen Transfermassnahmen in Schulen nachzugehen. Auf dieser Grundlage erarbeitet die Verfasserin einen theoretischen Bezugsrahmen, wobei sie die Gestaltung des Modellsversuchs in seiner zeitlichen Perspektive (Prozessbetrachtung) in den Vordergrund rückt.

Im empirischen Teil werden auf die Erfahrungen aus dem Modellversuch „Multimedia und Telekommunikation für Berufliche Schulen in Bayern (MUT)“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus von 1997 bis 2000 gefördert wurde, eingegangen. Durch die Exploration der Fallbeispiele können relevante Gestaltungshinweise für die Modellversuchsarbeit abgeleitet werden. In einem weiteren Schritt werden die Einzelaussagen aus der Modellversuchsforschung und den zugrunde liegenden Modellversuchen systematisiert. Im letzten Schritt des Untersuchungsgangs erfolgt die Präzisierung und Differenzierung der bisher gewonnenen Theorie im Kontext der Gestaltung des Modellversuchs MUT. Somit erfolgt die Anwendung der in der Arbeit entwickelten Theorie durch die kritisch-beratende Begleitung des Modellversuchs. Dieses Fallbeispiel dient zur Illustration des entwickelten theoretischen Bezugsrahmens.

Die Untersuchung zeigt praktikable Strategien der Transferförderung auf und nutzt insbesondere die Erkenntnisse aus der Diskussion zum Wissensmanagement. Dabei ist ein umfassendes Handlungsgerüst entstanden, dass sowohl detaillierte Massnahmen für die Felder der Entwicklung eines Projekts sowie auch des Transfers der Innovationen beinhaltet. Die Aktivitäten sind in beiden Handlungsfeldern strukturiert und in einer Prozessbetrachtung zusammengeführt, wobei sich die Autorin an das „Lebenszyklus-Modell“ anlehnt und sieben Phasen (Beobachtungs-, Antrags-, Konstituierungs-, Entwicklungs-, Diffusions-, Verstetigungsphase sowie Aktualisierung und Entsorgung) unterscheidet. Zwar ist die Arbeit im Kontext von Transfermassnahmen für didaktische Innovationen in Schulen entstanden, dennoch liefert sie durchaus interessante Hinweise und Aspekte auch für andere Bereiche, wie beispielsweise für Hochschulen.