OverviewResource ManagementEducational Controlling

Landsberg, Georg von; Weiss, Reinhold (Hrsg.) (1995)

Bildungscontrolling

(2. Aufl.) Stuttgart: Schaeffer-Poeschel

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Review by: Meier, Christoph (2004-09-07)

Dass (Weiter-)Bildungsaktivitäten – vor allem im betrieblichen Kontext – nicht nur unter pädagogischer Perspektive, sondern auch unter ökonomischer Perspektive betrachtet werden müssen, erscheint uns heute als ein Gemeinplatz. Ihr Bemühen darum, eine Verbindung zwischen diesen beiden Betrachtungsweisen von Bildungsaktivitäten herzustellen, so berichten die beiden Herausgeber im Vorwort zur zweiten Auflage ihres 1992 in erster Auflage erschienenen Sammelbands, hat ihnen einiges an Kritik, vor allem aus den Reihen der Pädagogen eingetragen.

In den konjunkturell schwierigen letzen Jahren hat das Thema „Bildungscontrolling“ wieder an Aktualität gewonnen. (Weiter-)Bildung wird wieder verstärkt nach ihrem Beitrag zum (Unternehmens-)Erfolg befragt. Dass die Notwendigkeit eines auf der Dualität von pädagogischer und ökonomischer Perspektive basierenden Bildungscontrollings kaum noch bestritten und vielmehr über die möglichen Verfahren und Formen der Umsetzung diskutiert wird, ist auch ein Verdienst dieses weithin rezipierten Sammelbands.

Der Band versammelt Beiträge von renommierten Autoren und gliedert sich in sechs Abschnitte. In den Beiträgen des ersten Abschnitts, „Grundlagen“, werden begriffliche Grundlagen gelegt sowie mögliche Vorteile von und Risiken für Bildungscontrolling aufgezeigt (Transparenz und verbesserte Steuerung versus Fixierung auf monetäre Zielgrössen und kurzfristige Zielsetzungen sowie Abwehr durch Betroffene). Darüber hinaus werden zentrale Herausforderungen heraus gestellt (Nachweis von Kausalzusammenhängen zwischen Bildungserfolg und Unternehmenserfolg sowie eine zielorientierte Ausrichtung der Controlling-Aktiviäten).

Im Abschnitt „Planung und Organisation“ wird das Thema unter dem Gesichtspunkt des Veränderungsmanagements, der Qualitätssicherung und der Forderung nach „lernenden Organisationsformen“ diskutiert sowie Verfahren für die Erfassung des Bildungsbedarfs und die Planung von Angeboten aufgezeigt.

Darstellungen zum Vergleich von Weiterbildungsvolumen und damit zusammenhängenden Kosten in Unternehmen sowie Beiträge zur Kostenrechnung, Budgetierung und Nutzenanalyse finden sich im Abschnitt „Kosten- und Nutzen-Controlling“.

Auch der Themenbereich „Qualitäts-Controlling“ findet seinen Platz in diesem Sammelband. In diesem Abschnitt werden in verschiedenen Beiträgen die Normenreihe DIN EN ISO 9000ff., Erfahrungen bei der Einführung und Umsetzung in der betrieblichen Praxis und bei Bildungsträgern sowie auch der Ablauf einer Zertifizierung vorgestellt.

Der Abschnitt „Erfolgs-Controlling“ stellt von der Zahl der Beiträge (insgesamt sechs) und vom Umfang her (fast genau 100 Seiten) einen Schwerpunkt des Sammelbands dar. Vorgestellt und diskutiert werden das Potenzial von Bildungsdatenbanken für eine verbesserte Transparenz im Weiterbildungsmarkt, Verfahren der Evaluation externer Bildungsangebote, eine Systematik für ein Kennzahlen-gestütztes Weiterbildungscontrolling sowie Verfahren der Lernerfolgskontrolle. Darüber hinaus finden sich in diesem Abschnitt Beiträge zur Problematik des Transfers und der Transferkontrolle sowie zum Controlling der einzelnen Phasen des Bildungsprozesses – von der Bedarfsanalyse über die Konzeption, Auswahl von Trainern bis hin zur Seminarbeurteilung und Analyse von Coaching-Angeboten.

Im letzten Abschnitt, „Einführungsstrategien“, finden sich ein eher konzeptioneller Beitrag zur Entwicklung und Einführung von Bildungscontrolling (inklusive einiger Arbeitshilfen in Form von Formularen) sowie eine Fallstudie zur Sicherung der Effizienz der Personalentwicklung in einem mittelgrossen metallverarbeitenden Unternehmen.

Auch wenn sich inzwischen mit den erweiterten Optionen für Bildungsangebote (E-Learning, Blended Learning) und neuer Werkzeuge für das Management von Bildungsaktivitäten (Learning Management Systeme sowie Personal- und Führungsinformationssysteme) die Schwerpunkte der Diskussion zu verschieben beginnen, so stellt dieser Sammelband doch einen nach wie vor guten Ausgangspunkt für die Orientierung in diesem Themenfeld dar.